~/gdp · Zusammenfassung, am Quelldokument geprüft
Concept-Maps und Mindmapping
Dieses Modul des MOOC Gestion de Projet (Rémi Bachelet, Centrale Lille) zeigt Ihnen, wie Sie eine Sammlung von Ideen grafisch als Concept-Maps (Begriffslandkarten) und Mindmaps darstellen. Sie lernen die Begriffe Konzept und Proposition sowie die vier Denkmuster kennen und anschließend ein Vorgehen in sechs Schritten, mit dem Sie eine Karte aufbauen, von der Ausgangsfrage bis zur Präsentation. Eine nützliche Zusammenfassung für alle, die sich Inhalte besser merken, einen Vortrag strukturieren oder ein Projekt vorbereiten wollen.
Grundlagen: was und warum?
- Eine Concept-Map ist ein Schema, das Konzepte über Verbindungen, auch Relationen genannt, miteinander verknüpft.
- Sie hilft, sich eine große Menge an Informationen zu merken und sie zu ordnen, indem man sie strukturiert und hierarchisiert.
- Sie überwindet die Grenzen von Schrift und gesprochenem Wort, indem sie unsere kognitiven Fähigkeiten anspricht: Die synthetisch arbeitende rechte Gehirnhälfte wird zusätzlich zur analytischen linken einbezogen, was einen Erleichterungseffekt erzeugt.
- Sie fördert Verständnis, Gedächtnis und Kreativität, indem sie neue Ideen entstehen lässt, und liefert ein Bild, das die Kommunikation flüssiger und leichter macht.
- Sie verbessert die Gruppenarbeit und die Vorbereitung von Vorträgen, erleichtert das Einprägen von Lehrinhalten und hilft, komplexe Fragen zu zerlegen, um sie leichter zu bearbeiten.
Schlüsselbegriffe: Konzept und Proposition
- Das Wort Konzept stammt vom lateinischen concipere ab, das „vollständig enthalten“ bedeutet.
- In einer Concept-Map ist das Konzept ein Prinzip, also eine allgemeine Idee: Es legt Beispiele nahe, erklärt Fälle und kann die Form einer Zeichnung oder eines Links zu einer Ressource annehmen.
- Für die Formen gibt es keine festen Regeln: Jede Person legt ihren eigenen Code aus Formen und Farben fest, zum Beispiel ein rotes Quadrat für Ideen und einen blauen Kreis für Verfahren.
- Konzepte gleicher Art (Ideen, Verfahren, Prinzipien) müssen dagegen mit derselben Form und derselben Farbe dargestellt werden.
- Eine Proposition ist die Einheit aus einem ersten Konzept, einem verbindenden Verb und einem zweiten Konzept.
- Konzept
- : Allgemeine Idee oder Prinzip, vom lateinischen concipere (vollständig enthalten); es legt Beispiele nahe, erklärt Fälle und kann eine Zeichnung oder ein Link zu einer Ressource sein.
- Proposition
- : Einheit aus Konzept Nr. 1, einem Verb und Konzept Nr. 2, die die Beziehung zwischen den beiden Konzepten ausdrückt.
Typologie: die vier Denkmuster
- Das kettenförmige Denkmuster ist sequenziell: Es schreitet Schritt für Schritt voran.
- Beim sternförmigen oder radialen Denkmuster steht ein zentrales Element im Mittelpunkt, das der einzige gemeinsame Punkt aller entwickelten Konzepte ist; man spricht dann von abgeschottetem Wissen.
- Der hierarchische Baum zerlegt ein Thema in Teilbereiche, etwa wenn man ein Problem analysiert, indem man es aufteilt, um es leichter zu untersuchen; dieser Typ dient als Grundlage des Projektstrukturplans (PSP, englisch Work Breakdown Structure, WBS).
- Das vernetzte Denkmuster verknüpft die Konzepte miteinander und berücksichtigt die Komplexität: Die Karte lässt sich über mehrere Wege oder Einstiege lesen, was es zum reichhaltigsten Denkmuster macht.
- Sternförmiges (radiales) Denkmuster
- : Struktur, in der das zentrale Element der einzige gemeinsame Punkt aller Konzepte ist, daher die Bezeichnung abgeschottetes Wissen.
- Projektstrukturplan (PSP, englisch WBS)
- : Gliederungsstruktur des Projekts (Work Breakdown Structure), die auf dem hierarchischen Baum aufbaut, also auf der Zerlegung eines Themas in Teilbereiche.
Vorgehen beim Entwurf in sechs Schritten
- Vor allem anderen muss die Ausgangsfrage festgelegt und das Thema genau bestimmt werden, sonst drohen Themaverfehlung oder mangelnde Relevanz; der Kurs verweist auf die Problemlösungsmethode (MRP, französisch „méthode de résolution de problèmes“).
- Eine gute Ausgangsfrage ist verständlich, präzise („unscharfe Frage, unscharfe Antwort“), nützlich und interessant sowie realistisch, das heißt, man hat die Zeit und das Wissen, um sie zu bearbeiten.
- Beim Brainstorming wählt man die relevantesten Konzepte aus, prüft, ob weitere Konzepte hinzuzufügen sind (dabei kann die Methode QQOQCP helfen: Quoi, Qui, Où, Quand, Comment, Pourquoi, also Was, Wer, Wo, Wann, Wie, Warum), und entfernt die am wenigsten nützlichen Konzepte.
- Im Schritt Mindmap gruppiert man die Konzepte nach Kategorie oder Teilmenge und ordnet sie hierarchisch nach Ebenen, vom Allgemeinen zum Spezifischen.
- Propositionen bilden heißt, Verben hinzuzufügen, um die Verbindungen herzustellen und zu benennen; andere Verbindungswörter sind möglich (Präpositionen, logische Konnektoren), und man kann neue Verbindungen oder Querverbindungen schaffen.
- Anreichern bedeutet, eine noch nicht endgültige Fassung der Karte zu erstellen, Verbindungen und Anordnung nachzujustieren und Formen, Farben und Schriftgrößen für Konzepte gleicher Art zu vereinheitlichen; beim Präsentieren kann man die Karte in einem mündlichen Vortrag animiert vorführen.
- QQOQCP
- : Fragemethode (Quoi, Qui, Où, Quand, Comment, Pourquoi, also Was, Wer, Wo, Wann, Wie, Warum), die beim Brainstorming eingesetzt wird, um zu prüfen, dass kein Konzept fehlt.
Umsetzung: die Software-Werkzeuge
- Für schnelle Notizen statt einer echten Concept-Map nennt der Kurs die freie Software Freeplane und die mit Google Drive verbundene Online-Anwendung MindMup.
- Für das Werkzeug draw.io wird auf einen englischsprachigen Videokanal verwiesen.
- Tutorials werden für VUE genannt, eine kostenlose und unbegrenzt nutzbare Software, sowie für Creately und Lucidchart, zwei Onlinedienste, die schnell kostenpflichtig werden.
- Das Modul verweist auf weiterführende Lektüre: mehrere Bücher von Pierre Mongin, der das Modul „Management visuel“ (visuelles Management) des MOOC leitet (Mindmapping, Post-it-Strategie und persönliches Kanban, Concept Mapping), „Mind map“ von Tony und Barry Buzan, ein Buch von Franck Maintenay über Freeplane und „Boîte à outils du Mindmapping“ von Xavier Delengaigne.
Vertiefung: die Ausgangsfrage (Focus Question)
- Die englischsprachigen Quellen unterscheiden drei Ebenen: das Interessengebiet, die allgemeine Frage und die Forschungsfrage, veranschaulicht am Beispiel bedrohter Arten, ihres Schutzes in den USA und der Wiederherstellung von Lebensräumen in den Everglades.
- Eine statische Focus Question verlangt eine Beschreibung (zum Beispiel: Aus welchen Teilen besteht eine Pflanze?), während eine dynamische Focus Question nach Wirkungen, Einflüssen oder Mechanismen fragt (Wie helfen diese Teile der Pflanze, ihre Nahrung herzustellen?).
- Die Einteilung der Focus Questions beruht auf zwei Kriterien: dem Grad, in dem die Frage je nach Person unterschiedliche Antworten zulässt, und dem Grad, in dem die Antwort Erklärungen in Form dynamischer Propositionen verlangt.
- Daraus ergeben sich drei Kategorien: geschlossene oder klassifizierende Fragen, deren Antwort allgemein anerkannt ist und die sehr ähnliche Karten hervorbringen; Open-static-Fragen, die Beschreibungen verlangen und zu eher statischen Karten führen; Open-dynamic-Fragen, die sich auf Ereignisse beziehen und Gründe und Erklärungen verlangen, was dynamische und je nach Lernenden sehr unterschiedliche Karten ergibt.
- Fragen vom Typ „What is...?“ gehören zur Kategorie Open-static, Fragen vom Typ „How does...?“ dagegen zur Klasse Open-dynamic.
- Geschlossene oder klassifizierende Frage
- : Frage, deren Antwort allgemein anerkannt ist und wenig Raum für einen persönlichen Beitrag lässt; die entstehenden Karten ähneln sich stark.
- Open-static-Frage
- : Offene Frage, die die Beschreibung eines Konzepts verlangt; sie lässt unterschiedliche Antworten zu, führt aber zu Karten mit starren Beziehungen.
- Open-dynamic-Frage
- : Offene Frage zu Ereignissen, die Gründe und Erklärungen verlangt; sie erzeugt Karten mit wechselnden Beziehungen, die von Person zu Person sehr unterschiedlich ausfallen.
Eine Variante: die Methode von Hugh Dubberly
- Diese Variante der Methodik stammt aus „Creating Concept Maps“ von Hugh Dubberly.
- Ihre Idee einer Matrix gilt als interessant: Sie ermöglicht ein Brainstorming über die Beziehungen zwischen den Konzepten.
- Die wichtigsten Schritte sind: Begriffe auflisten, die Liste bearbeiten, die verbleibenden Begriffe definieren, eine Matrix der Beziehungen zwischen den Begriffen erstellen, die Begriffe ordnen, die Hauptzweige festlegen oder Rahmensätze formulieren, den Rest der Struktur ausfüllen, überarbeiten, die Typografie zur Stärkung der Struktur einsetzen und dann erneut überarbeiten.
Übung: Wie bewertet man eine Concept-Map?
- Die Bewertungskriterien verteilen sich auf drei Gruppen: die Konzepte, die Organisation und die Verbindungen.
- Bei den Konzepten bewertet man die Auswahl: relevante Konzepte, vollständig vorhanden und gehaltvoll.
- Bei der Organisation beurteilt man die Hierarchisierung, die Ausgewogenheit und die Lesbarkeit der Darstellung, zum Beispiel ein gut organisiertes Schema auf einem A4-Blatt.
- Bei den Verbindungen prüft man, ob sie vorhanden und durch Verben benannt sind: Jede Verbindung muss bezeichnet oder beschrieben sein.
- Fazit: Eine gut ausgearbeitete Concept-Map geht von einer klaren Ausgangsfrage aus, die die gesamte Überlegung ordnet und es erlaubt, die Relevanz der Konzepte zu prüfen, und vereint dann vier Qualitäten: die richtigen Konzepte, eine gute Organisation, gute Verbindungen und eine Klarheit, die sich auf einen Blick erschließt.
Testen Sie sich
Übungsquiz
Frage 1 / 6
Was ist in einer Concept-Map eine Proposition?
Offizielle Quellen: gestiondeprojet.pm/mind-mapping · mooc.gestiondeprojet.pm · ondemand.mooc.gestiondeprojet.pm